Veröffentlicht am 14 Juni 2016, 12:51

Hartmut Koschyk in Pommern und Masuren: DMi ist ein Brücke zu Europa

Gespräche mit Vertretern der deutschen Minderheit (DMi) aber auch mit den wichtigsten Kommunalpolitikern führte der Bundesbeauftragte Hartmut Koschyk während seines Besuches in Pommern und Masuren.

Schon am ersten Tag seines Besuches hatte Koschyk die Gelegenheit sowohl mit dem Woiwoden der Region Pommern Dariusz Drelich, wie auch mit dem Marschall Mieczysław Struk zu sprechen. Besonders im Gespräch mit dem Marschall hat man die Rolle der deutschen Minderheit in Polen als Brückenbauer nicht nur zwischen Deutschland und Polen aber auch zwischen Polen und ganz Europa unterstrichen.  Der Marschall nannte seine Region „das kleine Europa“ im Bezug auf ihre breite Vielfalt. Die Region Pommern wird nämlich nicht nur von der deutschen Minderheit sondern auch von der ukrainischen oder den Kaschuben bewohnt.  Ein Leitthema beim Gespräch mit dem Woiwoden war hingegen die Bildung. Der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Gesellschaften (VdG) Bernard Gaida, der zusammen mit der Generalkonsulin Cornelia Pieper Koschyk begleitete, hat darüber berichtet, wie viele pommerischen Schüler Deutsch als Fremdsprache in Anspruch nehmen. Wichtiger sei jedoch für die deutsche Minderheit der Unterricht des deutschen als Minderheitensprache.

Gemeinsam mit der Konsulin sowie Bernard Gaida traf sich Koschyk auch mit den Mitgliedern des Danziger Vereines der deutschen Minderheit. An diesem Treffen nahmen auch Deutsche z. B. aus Lauenburg oder Stuhm teil. Die Mitglieder erzählten dem Bundesbeauftragten über ihre Tätigkeit darunter über Gedenkveranstaltungen aber auch bezüglich Deutsch als Minderheitensprache. Die Schüler, die diesen Unterricht in Anspruch nehmen, waren auch beim dem Treffen mit Koschyk anwesend.

Koschyk hatte auch die Gelegenheit das berühmte Zentrum der Bewegung „Solidarność” in Danizg zu besuchen. Als der Bundesbeauftragte die beindruckende Institution besichtigt hat, hat er mehrmals die Wichtigkeit der Bewegung zum Ausdruck gebracht. Mehrmals hat er unterstrichen, dass es die Bewegung war, die einen Impuls zum Fall des Kommunismus gesetzt hat und dadurch sich auch an der Wiedervereinigung Deutschlands beteiligte.

Auch hier konnte der Bundesbeauftragte sowohl mit dem Woiwoden von Ermland und Masuren Artur Chojecki, wie auch mit dem Marschall der Woiwodschaft Marek Brzezin sprachen. Eine der positiven Informationen in den Gesprächen war die Tatsache, dass die Region Ermland und Masuren zwei Bevollmächtigte in Sachen Minderheiten hat, sowohl beim Marschall wie auch beim Woiwoden. Es ist die einzige Region in Polen, in der man eine solche Lösung eingeführt hat. Zusätzlich hat die Woiwodschaft auch einen regionalen Minderheitenausschuss des Lokalparlaments, was sich auch positiv in der Situation de deutschen Minderheit wiederspiegelt. Auch die Bildung wurde zum Thema der Gespräche mit den Kommunalpolitiken. Da Ermland und Masuren die Region mit den meisten Minderheiten in der Region ist, hat z. B. die ukrainische Minderheit eine sehr gute Situation in der Bildung. Im Vergleich dazu gibt es im Rahmen der Bildung für die deutsche Minderheit „noch viel zu machen“. Im Gespräch mit dem Woiwoden hat man auch das Thema der Nationalismen ins Visier genommen. Nach der Bitte von Bernard Gaida hat der Woiwode versprochen, dass er die Polizei darauf aufmerksam macht, dass sie sich detaillierter solchen Fällen annehmen wird. Viele Nationalismen, die gegen die deutsche Minderheit gerichtet sind, werden oft als einfacher Vandalismus eingestuft. Im Rahmen der wirtschaftlichen Themen hat man besonders den neuen Flughafen in Szymany gelobt. Dieses hat besonders gute Verbindungen mit Deutschland vor allem mit Berlin. Ebenfalls hat man die Rolle der Partnerschaften zwischen den Gemeinden von Ermland und Masuren und den deutschen Gemeinden unterstrichen.

Eine wichtige Rolle im Besuch von Koschyk spiele auch die Seelsorge der deutschen Minderheit, deswegen traf er sich sowohl mit den katholischen Bischof wie auch mit dem evangelischen. Der katholische Bischof Wojciech Zięba unterstrich die Bedeutung des Glaubens für die Deutschen in Ermland und Masuren, deswegen habe er sich für einen offiziellen Seelsorger der deutschen Minderheit eingesetzt. Der evangelische Bischof Rudolf Bazanowski sagte hingegen, dass die evangelische Gemeinschaft in Polen die Situation der nationalen Minderheiten versteht, weil sie selber auch in der Minderheit ist.

Ein zentrales Element des dritten Tages des Besuches waren hingegen die Treffen mit den Vereinen der deutschen Minderheit. Man sprach sowohl mit den Mitgliedern des Verbandes der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren sowie der Allensteiner Gesellschaft der Deutschen Minderheit. Beide Vereine stellten dem Bundesbeauftragten ihre Tätigkeit vor, auch im Bereich vielfältiger Publikationen. Man kam auch zu der Schlussfolgerung, dass im Moment auch ein erhöhtes Interesse an Deutsch als Minderheitensprache gibt.

Gespräche führte man auch mit den polnischen Vertretern der Landsmannschaft Ostpreußen, bei denen auch die deutschen Journalisten in Ermland und Masuren anwesend waren. Diese sind im Moment sowohl in der Presse wie auch im Radio vertreten, doch man will sich ebenfalls in Fernsehen zeigen. Trotzt dem, dass in der regionalen Abteilung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens man eine Sendung für die Ukrainer wiederfinden kann, gibt es im Moment keine Sendung für die Deutschen. Die Deutschen Journalisten haben jedoch versichert, dass sie so ein Programm auf die Beine stellen könnten.

Der letzte offizielle Punkt des Besuches des Bundesbeauftragten war ein Gespräch mit dem Ehrenkonsul der BRD in Allenstein Wojciech Wrzecionowski. Als er nach der Zerstörung der Infotafel auf seinem Büro gefragt wurde, sagte er, dies sei ein klarer Fall von Nationalismus, da nur die Tafel in der deutschen Sprache zerstört wurde. Außerdem berichtete der Konsul über seine Tätigkeit im Rahmen der Unterstützung deutscher Investoren in der Region.

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