Veröffentlicht am 29 Juni 2016, 13:06

Malwettbewerb für Kinder und Jugend in Allenstein

Im Vorfeld der Zukunftswerkstatt „Minderheit 2030“ für die Gesellschaften der deutschen Minderheit in Ermland und Masuren, hatte Dr. Ralf Meindl, der Kulturmanager des Instituts für Auslandsbeziehungen beim Verband der deutschen Gesellschaften in Ermland und Masuren, einen Malwettbewerb für Jugendliche mit dem Titel „Typisch deutsch“ organisiert.

Die drei Preisträger wurden im Rahmen des Ostpreußischen Sommerfestes am 18. Juni offiziell ausgezeichnet.

Zur Teilnahme an dem Wettbewerb waren Kinder und Jugendliche aus den deutschen Gesellschaften und aus deren Umfeld eingeladen, die sich darüber Gedanken machen sollten, was für sie „typisch deutsch“ ist. „26 Werke aus mehreren Städten von beachtlicher künstlerischer Bandbreite in Stil und Technik sind zusammengekommen und boten eine gute Auswahl“, konstatierte Dr. Ralf Meindl, „es hätten gerne noch mehr sein können, andererseits war die Wahl der ausgezeichneten Bilder auch so bereits schwer genug.“ Beurteilt wurden die Kunstwerke der jungen Menschen von den Teilnehmern der Zukunftswerkstatt „Minderheit 3000“. Für diese waren die Bilder gleichzeitig ein Denkanstoß zu Beginn der Veranstaltung, als über die eigene Identität gesprochen wurde.

Ein interessantes Phänomen war die Tatsache, dass sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den Teilnehmern typische ostpreußische Symbole oder Eigenschaften beinahe fehlten. „Es gab einen preußischen Adler und einen martialischen Ritter, der zwar eher nach Science-Fiction aussieht, den man aber als Ordensritter interpretieren kann“, sagte Ralf Meindl, „offenbar werden ostpreußische Bauwerke, Landschaften oder Darstellungen nicht als „typisch deutsch“ gesehen.“ Abgesehen von diesem fehlenden regionalen Bezug zu den deutschen historischen Wurzeln ihrer Heimat war die Phantasie der Teilnehmer wahrlich beeindruckend. Von einer schwarz-rot-goldenden Gummibärchen-Fahne über typische Landschaften, Produkte (Bier, Autos, Waschmittel und ein Apfel) und Grimms Märchen in der Darstellung einer darauf basierenden Zeichentrickserie bis hin zu einem Porträt von Angela Merkel und umfassenden Sammelwerken war alles vertreten. Entsprechend schwierig war die Wahl für die 26 abstimmenden Teilnehmer der Werkstatt, die je 3 Stimmen zu vergeben hatten.

Letzten Endes setzte sich Wiktoria Olbryś aus der Klasse 2a des Gymnasiums der Verbandsschule in Ortelsburg mit gerade einmal neun Stimmen durch, den zweiten Platz teilten sich mit jeweils sechs Stimmen Kamila Wiśniewska aus der Klasse 3a derselben Schule und der 15-jährige Piotr Małczyński aus Elbing. Nicht ein einziges Bild blieb ohne Stimme; für jeden Geschmack war etwas dabei.

Die drei Preisträger wurden zum diesjährigen Ostpreußischen Sommerfest am 18. Juni eingeladen, wo ihnen offiziell auf der Bühne ihre Gewinne überreicht wurden. Außerdem dürfen sie mit ihren Eltern eine Nacht im Polnisch-Deutschen Jugendzentrum in Allenstein verbringen und bekamen am nächsten Tag die Möglichkeit zu einer Führung durch die Stadt.

Text: Uwe Hahnkamp

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