Veröffentlicht am 20 November 2017, 13:43

Bildungssubvention auf dem Prüfstand

Das Bildungsministerium hat einen Entwurf der Verordnung vorgelegt, mit der die Verteilung der Bildungssubvention für die Selbstverwaltungseinheiten im Jahre 2018 erfolgen wird. Von den Änderungen könnten auch die Kommunen betroffen sein, die in ihren Schulen Deutsch als Minderheitensprache anbieten.

Die Verordnung des Bildungsministers regelt Jahr für Jahr die Höhe der staatlichen Förderung, die von Selbstverwaltungseinheiten zur Finanzierung des Schulwesens in öffentlichen Schulen in Anspruch genommen wird. Zu diesem Zweck werden unter anderem für einzelne Schultypen und Unterrichtsformen speziell berechnete Multiplikatoren-Werte festgelegt, mit denen die Höhe der Bildungssubvention ermittelt wird.

Für die Schüler in Schulen mit einer Minderheitensprache können dabei 4 verschiedene Multiplikatoren herangezogen werden - in der Verordung werden sie mit denn Kennzeichen P15 - P18 markiert. Dabei entscheiden die Zahl der Kinder mit Minderheitenunterricht und der Schultyp, wie viel extra Subvention in die Kasse einer Kommune einfließt.

Für das Jahr 2018 plant das Bildungsministerium zugleich mehrere Änderungen bei der Berechnung der Bildungssubvention:

  1. Die Multiplikatoren P17 und P18, die vor allem für kleinere DaM-Schülergruppen herangezogen werden, sollen gesenkt werden. Dies bedeutet praktisch weniger Geld für die Kommunen, die auf Ihrem Gebiet Schulen mit einer kleinen Zahl von DaM-Schülern haben.
  2. Die Gesamtzahlen der Kinder, die in einer Schule einen DaM-Unterricht besuchen und somit eine Schwelle für die Berechnung einer höheren Subvention bilden, sollen erhöht worden. Dies hängt damit zusammen, dass im laufenden Schuljahr auch die 7-Klässler mitgerechnet werden. Die Folge: Manch eine Schule behält dadurch den Status einer "kleinen Schule" und kann sich somit auch einer höheren Förderung erfreuen.
  3. Der Multiplikator, der für die Zweisprachigkeit, herangezogen wird, ist von 0,4 auf 0,6 erhöht worden. Dadurch bekommen Kommunen mit zweisprachigen Schulklassen mehr Subvention als bisher.

Die folgende Zusammenstellung enthält die alten und neuen Multiplikatoren-Werte und die Schülerzahlen, die im Jahr 2018 eine Grundlage für die Förderung der Kommunen bilden sollen:

Wagi na język mniejszości 2018

Einen ganz besonderen Hinweis enthält die Begründung des Bildungsministeriums, die dem Entwurf beigelegt wurde:

"Für das Jahr 2018 ist eine nur geringe Reduzierung der Multiplikatoren-Werte geplant, damit das Niveau der Finanzierung im Laufe des Schuljahres keine abrupte Änderung erfährt. Die initiierten Änderungen der Multiplikatoren für das Jahr 2018 sind als Vorboten weiterer Änderungen zu betrachten, die für das folgende Jahr geplant sind. (...)

Die Subventionierung dieser Kategorie von Schülern im Jahr 2019 wird so angepasst werden, dass sie den Kosten besser angeglichen ist, die von Schulen (Selbstverwaltungen) getragen werden, um den Sprachunterricht für nationale und ethnische Minderheiten den Unterricht in der Regionalsprache zu organisieren."

Die neue Verordnung soll am 1. Januar 2018 in Kraft treten.

Autor: Ryszard Karolkiewicz

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