Veröffentlicht am 03 Oktober 2012, 06:48

Nationale Volkszählung

Die nationale Volkszählung, die von April bis Juni 2011 stattfand, war die erste seit dem Beitritt Polens zu der Europäischen Union, die erste in der man drei Methoden der Datensammlung nutzte (Umfrage eines Volkszählers, Selbstzählung per Internet und Telefonumfrage) und die erste in der man zwei statt einer Frage bezüglich der nationalen Zugehörigkeit stellte. Die Fragen lauteten wie folgt: „Welcher sind Sie Nationalität?“ und „Mit welcher nationalen oder ethnischen Gruppe fühlen Sie sich noch verbunden?“.

Nach den erhaltenen Daten deklarierten die deutsche Zugehörigkeit insgesamt 149.000 Menschen.

Das für die nationale Volkszählung verantwortliche Statistische Amt gab bis zum 01.10.2012 nicht die Daten bezüglich der einzelnen Woiwodschaften, Gemeinden oder Kreise an. Ebenfalls wurden die Daten bezüglich der Sprache, die man Zuhause spricht nicht veröffentlicht. Es ist auch nicht ganz klar ob in der vorhandenen Statistik die Ergebnisse aus der Selbstzählung per Internet inbegriffen sind, für die sich die deutsche Minderheit bei ihren Mitgliedern stark gemacht hat. Noch anfangs des Jahres informierten die Vertreter des Amtes, dass die Ergebnisse nur ergänzend betrachtet werden. Außer diesen Tatsachen hat die deutsche Minderheit auch Signale über Missstände in dem Verfahren des Zensus erhalten z.B. die Angabe der Nationalität durch ein Familienmitglied für alle Bewohner eines Hauses. 

In Betracht des oben genannten sieht die deutsche Minderheit Grund zur Annahme, dass die Methoden, die während des letzten Zensus genutzt wurden, dazu geführt haben, dass das demografische Bild Polens in den Ergebnissen nicht entsprechend wiedergegeben wird. Außerdem sollte man in Betracht nehmen, dass wir eine höhere Anzahl an regionalen Deklarationen als erhöhte Anzahl der Menschen ansehen, welche sich in der deutschen Minderheit engagieren werden, weil eine Deklaration der regionalen, z. B. schlesischen Zugehörigkeit, eine Deklaration der Offenheit für die gemischte Grenzkultur ist, d. h. auch eine Deklaration der Aufgeschlossenheit gegenüber der deutschen Kultur und der deutschen Sprache, welche aus historischen Gründen ein unentbehrliches Element dieser Regionen ist.

Autor: Łukasz Biły

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