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"Versöhnung, Freiheit, Erneuerung" - 25. Minderheitenwallfahrt auf den St. Annaberg

Am Sonntag, den 7. Juni 2021, fand auf dem St. Annaberg die bereits 25. Wallfahrt der nationalen und ethnischen Minderheiten statt. Nach einer durch die Pandemie verursachten einjährigen Pause versammelten sich wieder auf dem heiligen Berg der Schlesier zahlreiche Pilger. Diesmal unter dem Motto: "Versöhnung, Freiheit, Erneuerung in Christus." Denn auch 2021 ist für die deutsche Minderheit ein besonderes Jahr.

25. Wallfahrt auf den St. Annaberg / 25 pielgrzymka mniejszości narodowych i etnicznych na Górę Św. Anny   25. Wallfahrt auf den St. Annaberg / 25 pielgrzymka mniejszości narodowych i etnicznych na Górę Św. Anny

Diese drei Aufrufe enthalten auch Ereignisse, die der Vorsitzender des Verbandes der Deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften, Bernard Gaida, in seiner Begrüßungsansprache in Erinnerung rief:

"Vor 100 Jahren sind in Oberschlesien Kräfte aufgetaucht, die den gerade im Versailler Vertrag verkündeten Frieden gebrochen haben, der durch die Mehrheit der Schlesier in der Abstimmung bestätigt wurde, die für den Verbleib Oberschlesiens innerhalb der Grenzen der damaligen, demokratischen Weimarer Republik votiert haben. (...) Die Tragödie des vergossenen Blutes wurde zur Tragödie zahlreicher Spaltungen. Die Grenze wurde durch eine in Jahrhunderten zusammengewachsene Gemeinschaft des Landes, der Menschen, der Tradition durchgezogen. Die Spaltungen mehrten sich dann andauernd. Johannes Paul II. war sich der Tragödie bewusst, als er 1983 von dem Altar aus sprach, den man hier sieht: »Diese Erde bedarf nämlich immer noch vielfältiger Aussöhnung«. Die Aussöhnung steht also im Vordergrund im unseren Wahlspruch.“

Bernard Gaida: Das ist der dritte Bestandteil unseren heutigen Wahlspruchs: Erneuerung in diesem Land, Umdenken, Ablehnung der Verherrlichung dessen, was uns spaltete und spaltet und Aufbau dessen, was uns im Respekt vor nationaler, sprachlicher, kultureller und historischer Eigenart verbindet, die ja keine Feindlichkeit ist / Bernard Gaida: To jest trzecia część naszej dzisiejszej intencji: odrodzenie na tej ziemi, zmiana myślenia, odrzucenie gloryfikacji tego co podzieliło i dzieli a budowanie tego co łączy w szacunku do inności narodowej, językowej, kulturowej, historycznej, która nie jest wrogością

Die Freiheit – ein weiterer Aufruf – bezieht sich direkt auf den 30. Jahrestag der Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschland und auf das 30-jährige Bestehen der Deutschen Soziokulturellen Vereinigungen in Polen. "30 Jahre Nachbarschaftsvertrag zwischen Staaten, die man in der Propaganda als Erbfeinde darstellen wollte", betonte Bernard Gaida. Weiter sprach er: "Die Gemeinschaft der Deutschen aus Schlesien, Pommern, Ermland, Masuren, aus Lodz und aus ganz Polen, die als deutsche Minderheit genannt wird, ist mit dem Vertrag in besonderer Weise verbunden. Unsere Gemeinschaft, deren Bestehen nach 1945, nach der Grenzverschiebung und nach der Vertreibung der Einwohner des ehemaligen deutschen Ostens bestritten wurde, wurde durch diesen Vertrag anerkannt. Man durfte sich in Vereinen organisieren.“

Der dritte Aufruf: Erneuerung, es ist ein Aufruf, Spaltungen zu überwinden, aber auch der Wunsch, ein gemeinsames Denkmal für die Opfer des 100-jährigen Konflikts in Schlesien zu errichten. "Das ist der dritte Bestandteil unseren heutigen Wahlspruchs: Erneuerung in diesem Land, Umdenken, Ablehnung der Verherrlichung dessen, was uns spaltete und spaltet und Aufbau dessen, was uns im Respekt vor nationaler, sprachlicher, kultureller und historischer Eigenart verbindet, die ja keine Feindlichkeit ist" - akzentuierte Gaida.

25. Wallfahrt auf den St. Annaberg / 25 pielgrzymka mniejszości narodowych i etnicznych na Górę Św. Anny  25. Minderheitenwallfahrt auf den St. Annaberg / 25 pielgrzymka mniejszości narodowych i etnicznych na Górę Św. Anny

Das Thema Versöhnung war besonders in der Predigt von Bischof Andrzej Czaja präsent:

Dieses [Erlösungs]werk Christi befähigt uns zur Vergebung und Versöhnung. Daher können wir den gesellschaftlichen Herausforderungen nicht gleichgültig gegenüber stehen. Auch nicht in der geschichtlichen Perspektive. Hier denke ich an die Ereignisse von vor 100 Jahren: die Volksabstimmung, den sogenannten III Schlesischen Aufstand und die Teilung Oberschlesiens. In Anbetracht der Versöhnung braucht man nicht nur das Gebet für die Gefallenen auf beiden Seiten. Wir brauchen auch ein gemeinsames Gedenken dieser tragischen Ereignisse. Und mehr noch: eine große Sensibilität für das Wahrheitsempfinden bezüglich der vergangenen Ereignisse. Ein Ausruf herfür ist die Achtung des historischen Gedenkens, welches anders bei der polnischen Mehrheit und anders bei der deutschen Minderheit ist und noch anders in den Herzen der einheimischen Bevölkerung empfunden wird. Daher müssen entsprechende Schritte eingeleitet werden, um sich gegenseitig nicht zu verletzen. Es müssen entsprechende Worte ausgesprochen und entsprechende Handlungen vorgenommen werden, die zur Vergebung und zur Versöhnung führen. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe, die ich bereits in der Basilika am 2. Mai gesagt habe: Das nicht vernichten, was wir schon in den Beziehungen zwischen Polen und Deutschland erreicht haben; dieses Niveau der Versöhnung zwischen Polen und Deutschen". 

Bereits nach der feierlichen Messe meldeten sich die Gäste zu Wort. Bei einem Besuch in Oberschlesien: Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven: "Wenn wir zurückschauen, ist eine gute Nachbarschaft alles andere als selbstverständlich. Vor 100 Jahren kämpften Deutsche und polnische Truppen um Oberschlesien und Annaberg. Wie der polnische Präsident Bronisław Komorowski bezeichnete die Ereignisse von vor 100 Jahren als ein Drama, nicht nur die schlesischen Dörfer und Städte, Familienhäuser aber auch einzelne Familien teilte. So etwas darf nie wieder geschehen. Und ganz besonders wichtig ist daher ein stetiger, vertrauensvoller, für den anderen und für die anderen zugewandter Dialog (...)."

Auch zum 30. Jahrestag des Bestehens der Organisation der Deutschen Minderheit gratulierte der Botschafter: "Ich freue mich sehr, auf meiner ersten Reise in Woiwodschaft Oppeln eine sehr aktive und engagierte deutsche Minderheit zu erleben. Und dabei spielt die Jugend eine ganz besondere, entscheidende Rolle."

Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven: "Kiedy spojrzymy wstecz, dobre sąsiedztwo jest niczym innym jak czymś oczywistym" / Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven: "Wenn wir zurückschauen, ist eine gute Nachbarschaft alles andere als selbstverständlich"

Die Worte des auf dem St. Annaberg abwesenden Ministers Błażej Poboży sprach der Oppelner Woiwode, Sławomir Kłosowski, aus: „Ich möchte heute von ganzem Herzen allen Organisatoren dafür danken (...), dass sie sich immer auf Ihr Engagement für christliche Werte und Grundsätze und die Bewahrung der Identität nationaler und ethnischer Minderheiten verlassen können, die verbinden und nicht spalten." Er erwähnte auch die Worte des Papstes von 1983, der "über die Gemeinschaft, über das Vaterland, über das gemeinsame Polen und das gemeinsame Land“ sprach. „Lassen also die aktuellen Feierlichkeiten die Würdigung ausdrücken, die das unabhängige Polen den Teilnehmern der drei Unabhängigkeitsausbrüche und allen Bewohnern von Schlesien zuteilwird. Ich möchte - fuhr er fort -, dass wir dieses polnische Haus noch mehr auf Werte setzen, die uns vereinen und einander näher bringen. Im Bewusstsein, dass eine Heimat, die weit weg ist, noch mehr geliebt werden kann durch die Liebe zu der, die in der Nähe ist. Ich wünsche Ihnen eine fruchtbare, spirituelle Pilgerreise in brüderlicher Einheit und drücke jedem von Ihnen meinen gebührenden Respekt aus. Ich glaube, dass wir mit Gottes Hilfe und durch gemeinsames Engagement die Herausforderung des gegenseitigen Verständnisses der "gemeinsamen Geschichte" bewältigen werden.

Sławomir Kłosowski: Ich glaube, dass wir mit Gottes Hilfe und durch gemeinsames Engagement die Herausforderung des gegenseitigen Verständnisses der "gemeinsamen Geschichte" bewältigen werden / Sławomir Kłosowski: Wierzę, że z Bożą pomocą i dzięki wspólnemu zaangażowaniu sprostamy wyzwaniu, jakim jest wzajemne zrozumienie wspólnej historii

Nach Abschluss der Feierlichkeiten begaben sich die Delegationen auf den Friedhof auf dem St. Annaberg, um im Einklang mit der Absicht von Bernard Gaida an beide Konfliktparteien zu erinnern. Denn "als Vertreter der deutschen Minderheit möchten wir in den hundert Jahren nach den Kämpfen des dritten polnischen Aufstandes auf Oberschlesien zeigen, dass wir trotz der Unterschiede im historischen Bewusstsein dazu gereift sind, allen Gefallenen zu gedenken und für alle zu beten. Dasselbe erwarten wir von unseren Nachbarn und Ihren Vertretern.“ Und während es bei beiden Gräbern Kränze von Vertretern der deutschen Minderheit gab, wurde der mit einem weiß-roten Band geschmückte Kranz nur auf dem Grab der polnischen Gefallenen niedergelegt.

Bernard Gaida: "Wir möchten (...) zeigen, dass wir trotz der Unterschiede im historischen Bewusstsein dazu gereift sind, allen Gefallenen zu gedenken" / Bernard Gaida: "Chcielibyśmy pokazać, że pomimo różnic w świadomości historycznej dojrzeliśmy do tego, aby oddać hołd wszystkim poległym i modlić się za wszystkich"   Bernard Gaida: "Wir möchten (...) zeigen, dass wir trotz der Unterschiede im historischen Bewusstsein dazu gereift sind, allen Gefallenen zu gedenken" / Bernard Gaida: "Chcielibyśmy pokazać, że pomimo różnic w świadomości historycznej dojrzeliśmy do tego, aby oddać hołd wszystkim poległym i modlić się za wszystkich"

Zum Schluss fand im Pilgerheim auf dem St. Annaberg die Premiere des Filmes "Deutsch im Herzen" statt, die die Anfänge der deutschen Minderheit in Polen thematisierte. Während der Aufführung wurden an die anwesenden Gäste, unter denen auch die im Film auftretende Zeitzeugen waren, die Worte von Egon Primas, dem Bundesvorsitzender der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung der CDU/CSU – Union der Vertriebenen und Flüchtlinge, vorgelesen. Auch ein Grußwort von Herrn Armin Laschet, dem Vorsitzenden der Partei CDU Deutschland, waren dabei. Wir bedanken uns für an uns gerichteten Worte!

Den Film können Sie HIER anschauen.

Voller Inhalt der Rede von Bernard Gaida:  


Voller Inhalt der Predigt des Bischofs Andrzej Czaja: 
Voller Inhalt der Rede des Vizeministers für innere Angelegenheiten, Herrn Andrzej Poboży: 
Voller Inhalt der Rede von Egon Primas: 

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Neue Qualität auf dem Annaberg

Mit Hoffnung schaue ich auf die sich wieder öffnende Welt. Ich schreibe diese Worte in Berlin, wohin ich gereist bin zu einer Sitzung des Unterausschusses des Bundestages für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, die der Unterstützung der Deutschen im Ausland gewidmet war. Als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten versuchte ich, unseren Standpunkt darzustellen, der schon vor drei Jahren hieß, dass die Unterstützung eine Restrukturierung der Ziele braucht, aber auch konkrete Akzente in der Außenpolitik Deutschlands. Alles, um irgendwann den Teufelskreis der Konsequenzen der Diskriminierung zu durchbrechen, zu denen andere heutige soziale und politische Probleme hinzukommen.

Doch unabhängig vom Thema der Sitzung war es ein außergewöhnliches Erlebnis, wieder an einem Treffen in der realen Welt und nicht auf Entfernung teilzunehmen. Außergewöhnlich, weil es in der Einladung anfangs hieß, die Sitzung würde online stattfinden und zu meiner Freude wurde sie in eine Präsenzsitzung umgewandelt.  

Dieser Optimismus steht auch hinter meiner heutigen Einladung an Sie zur traditionellen Wallfahrt der nationalen Minderheiten zur Grotte auf den St. Annaberg. Wir glauben daran, dass unter freiem Himmel, den Abstand wahrend, es uns gelingen wird, auf dem heiligen schlesischen Berg unser Dankgebet aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des VdG sowie der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages zu erheben. Wir haben uns daran gewöhnt, dass der Vertrag besteht, aber vor 30 Jahren konnten viele sich nicht ausmalen, dass diese beiden Länder gute Nachbarn sein könnten.

Das Gebet erheben wir auch von einem Berg, um den vor 100 Jahren gekämpft wurde, wobei dieser Kampf hier in Schlesien keine Sieger, sondern nur Verlierer hatte. Die Gewinner waren weit entfernt in Posen, Warschau und in Paris. Der Kampf hinterließ ein zerrissenes Schlesien, geteilte Menschen, Streit um Geschichte. Deshalb wollen wir, dass die Intention der Wallfahrt diese Jahrestage verbindet. Sie lautet: Versöhnung, Freiheit, Erneuerung.

Versöhnung braucht Freiheit und die Chance auf eine neue Qualität. Um diese Qualität des versöhnten Lebens in Schlesien werden wir genauso beten, wie wir uns täglich darum bemühen. Ebenso wie am 2. Mai, unabhängig von den staatlichen Feierlichkeiten, werden wir auch die im Jahr 1921 tragisch Gefallenen, beiderseits des Konfliktes, ehren. Die Idee der Versöhnung, zu der hier im Jahr 1983 der Papst aufgerufen hatte, muss doch endlich Realität werden.

Wir hoffen, dass wir durch diese Feierlichkeit auch die Erneuerung unseres Gemeinschaftslebens nach der Pandemie beginnen können. Deshalb freuen wir uns auf weitere Wallfahrten nach Wartha, Albendorf, Zuckmantel und Trebnitz. Wir freuen uns auf die neue Öffnung, bitten um Verantwortung und laden herzlich ein.

Bernard Gaida

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Wallfahrten der deutschen Minderheit 2021

Am 13. November 2021 fand die letzte der diesjährigen Wallfahrten der deutschen Minderheit statt.

Den Bericht von der Wallfahrt zum St. Annaberg finden Sie HIER.

Den Bericht von der Wallfahrt nach Wartha: HIER.

Wallfahrt nach Albendorf:

Wallfahrt nach Albendorf 2021 / Pielgrzymka do Wambierzyc 2021. Foto: VdG

Maria hilf: 

Wallfahrt nach Maria hilf 2021 / Pielgrzymka do sanktuarium Maria Hilf. Foto: VdG Wallfahrt nach Maria hilf 2021 / Pielgrzymka do sanktuarium Maria Hilf. Foto: VdG Wallfahrt nach Maria hilf 2021 / Pielgrzymka do sanktuarium Maria Hilf. Foto: VdG

Trebnitz: 

Wallfahrt nach Trebnitz / Pielgrzymka do Trzebnicy. Foto: Lukas Netter

Wir bedanken uns herzlich für die zahlreiche Teilnahme und gemeinsames Gebet und laden Sie bereits im nächsten Jahr wieder ein!

 

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Gedenkort 1921

Das aus Sicht des Staates wichtigste Datum der Feierlichkeiten zu 100 Jahren Schlesischer Aufstände, also der Jahrestag des Ausbruches des III. Aufstandes, liegt hinter uns. Das Internet ist voll unterschiedlicher Kommentare. Außerhalb der offiziellen Feierlichkeiten, die ich nur als Radioübertragung gehört habe, nahm ich an diesem Tag am Gedenken auf dem Annaberger Friedhof sowie in Kranowitz teil. Ich denke, bei der Bewertung dieses Tages muss man die symbolischen Feiern, die von der deutschen Volksgruppe in Schlesien und die mit Pomp organisierten offiziellen Feierlichkeiten einander gegenüberstellen. Kann man daraus Lehren für die Zukunft ziehen?

Ich schreibe diese Kolumne natürlich aus der Sicht des VdG, dessen Vorsitzender ich bin und der als Organisation bereits im Jahr 2019 an die staatlichen Organe appellierte zu erkennen, dass damals Schlesier sich gegenüberstanden, aber sowohl die einen als auch die anderen taten es aus Liebe zum Vaterland. In unserer Resolution appellierten wir, die Jahrestage im gesellschaftlichen Einvernehmen und mit Achtung für das Geschichtsbewusstsein der anderen Seite zu begehen sowie in Schlesien einen Gedenkort des damaligen Konfliktes zu errichten, der im Geist der regionalen sowie deutsch-polnischen Versöhnung mit europäischer Perspektive gehalten wäre. Der aus der Umgebung von Rosenberg stammende Bischof Andrzej Czaja zeigte sich mit der Resolution solidarisch, was wir dankbar anerkennen.

Doch die Organisatoren der offiziellen Feierlichkeiten haben den Appell der deutschen Minderheit eher nicht angenommen. Unsere Feierlichkeiten fanden daher parallel statt, jedoch nicht nach dem Modell, dass jeder seiner Opfer gedachte. Denn unsere Delegation erwies die gleiche Ehrbezeigung auf den Gräbern der deutschen Verteidiger Oberschlesiens wie der polnischen Aufständischen. Bei den offiziellen Feierlichkeiten nahm der Appell Gestalt an lediglich in Form eines Gebetes für Gefallene ungeachtet ihrer Nationalität, nicht aber als gleiche Ehrerbietung auch für die Haltung der die Integrität Deutschlands verteidigenden Kämpfer. Mit Oberschlesien innerhalb seiner Grenzen.

Diese Tatsache kann man mit Resignation hinnehmen. Man kann aber auch den Weg der eigenen Bestärkung in der deutschen Identität und des historischen Gedächtnisses Oberschlesiens wählen, um von ihr zeugen zu können. Heute gibt uns die Volkszählung die Möglichkeit eines solchen Zeugnisses. Am Sonntag dagegen, als ich im strömenden Regen zwischen denen stand, die ihr Leben hingegeben haben, um Oberschlesien von Deutschland zu trennen, und denen, die wollten, dass es dort bleibt, fühlte ich, dass wir einen Ort des gemeinsamen Gedenkens bauen müssen, den Schlesien nicht hat. Und dass die Deutschen in Schlesien dazu reif geworden sind. Ein symbolischer Ort, der aller Opfern gedenkt, von der Tragik der Teilung, von Versöhnung in Vielfalt und der in regionaler Gemeinschaft für die Zukunft zeugt. Tun wir es!

Bernard Gaida

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"Mir fehlt etwas" - Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag des III. Schlesischen Aufstandes

Am 2. Mai 2021 sind 100 Jahre nach dem Schlesischen Aufstand vergangen. Offizielle Staatsfeierlichkeiten fanden auf dem St. Annaberg statt.

Unabhängig von den offiziellen Staatsfeierlichkeiten und noch vor ihrem Beginn ehrten die Vertreter der deutschen Minderheit auf dem Pfarrfriedhof am St. Annaberg das Gedenken an die Opfer des Aufstandes. Sie legten Blumen auf zwei Friedhofsquartieren nieder: auf dem Quartier der deutschen Verteidiger des St. Annabergs sowie auf dem Quartier der Aufständischen.

Kranzniederlegung auf dem Friedhof auf dem St. Annaberg / Złożenie kwiatów na cmentarzu parafialnym na Górze Św. Anny. Foto: Wochenblatt.pl   Kranzniederlegung auf dem Friedhof auf dem St. Annaberg / Złożenie kwiatów na cmentarzu parafialnym na Górze Św. Anny. Foto: Wochenblatt.pl   Kranzniederlegung auf dem Friedhof auf dem St. Annaberg / Złożenie kwiatów na cmentarzu parafialnym na Górze Św. Anny. Foto: Bernard Gaida  Kranzniederlegung auf dem Friedhof auf dem St. Annaberg / Złożenie kwiatów na cmentarzu parafialnym na Górze Św. Anny. Foto: Bernard Gaida

Blumen wurden vom Vorsitzenden des VdG, Bernard Gaida, dem Sejmabgeordneten Ryszard Galla und von den Abgeordneten des Sejmik der Woiwodschaft Oppeln vom Klub der deutschen Minderheit, Edyta Gola und Roman Kolek niedergelegt. Bernard Gaida gedachte der Gefallenen mit den Worten: "Als Vertreter der deutschen Minderheit 100 Jahre nach den Kämpfen des dritten polnischen Aufstandes in Oberschlesien wollen wir zeigen, dass wir - trotz Unterschiede im historischen Bewusstsein - dazu reif geworden sind, um alle Gefallenen zu gedenken und für sie alle zu beten. Das erwarten wir auch von unseren Nachbarn und Vertretern des Staates."

Auch die Resolution der VdG-Delegiertenversammlung aus dem Jahre 2019, in der ein würdiges Gedenken an die Opfer beider Seiten des Konflikts gefordert wurde, wurde in Erinnerung gerufen: "Das Jahrhundert, das seit dem Ende dieses Konfliktes vergangen ist, schafft eine Distanz, die es uns ermöglicht, das Leid der Menschen auf beiden Seiten zu sehen. Der Dialog in Schlesien ist notwendig, denn polnische Staatsbürger polnischer und deutscher Staatsangehörigkeit leben immer noch in Schlesien."

Um 10:00 Uhr dagegen, unter Beteiligung des Präsidenten Polens, Andrzej Duda, begannen mit einer feierlichen Messe die offiziellen Feierlichkeiten in der Basilika auf dem St. Annaberg. Die Worte von Bischof Andrzej Czaja zu Beginn der Messe waren eine Art Antwort auf die Beschlüsse der VdG-Delegiertenversammlung:

"Historische Erinnerung an diese Ereignisse, die in Polen und Deutschland lebendig ist, lebt besonders hier in Oberschlesien in den Herzen der Menschen, die hier wohnen. Etwas anders, vielfältig in den Herzen der polnischen Mehrheit, der deutschen Minderheit und noch anders in den Herzen der Einheimischen. Vor dem Ersten Weltkrieg lebten ihre Vorfahren hier nebenan zusammen, als Bewohner der Region, die ihre propolnischen oder prodeutschen Sympathien hatten. Sie waren oft zweisprachig und als Menschen der Grenzregion an die Vielfalt gewohnt. Aufgrund der Volksabstimmung standen sie zum ersten Mal in der Geschichte dieses Landes vor einer schwierigen Aufgabe, sich für Polen oder Deutschland einzusetzen. Die Propagandamaschinerie begann, viele wurden damals in der europäischen Politik eingeprägt und schließlich in einen bewaffneten Konflikt verwickelt, der viele menschliche Tragödien mit sich brachte. (...) Ich spreche davon, um eine größere Sensibilität für die Erinnerung an jene Tage zu wecken und die Absichten unseres gemeinsamen Gebets darzulegen. Alle, die vor hundert Jahren gekämpft haben, waren von der Richtigkeit ihrer Wahl und ihres Engagements überzeugt. Es ist daher notwendig, für alle Gefallenen zu beten - für diejenigen, denen das Denkmal für die Aufstände in Oberschlesien gedenkt, und für diejenigen, denen früher durch das Mausoleum gedacht wurde, das kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem St. Annaberg zerstört wurde. Auch für die gefallenen Soldaten der alliierten Truppen, die damals hier stationiert waren, um den Frieden zu wahren."

In seiner Rede am Denkmal für die Aufstände in Oberschlesien auf dem St. Annaberg betonte Präsident Andrzej Duda, dass "diese Feierlichkeiten ein wichtiger Teil des 100. Jahrestages der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens sind". Weiter, laut der aktuellen historischen Erzählung, sagte er: "Es war notwendig, auch Oberschlesien wiederzugewinnen. Und das nicht in einem, sondern in zwei Aufständen, sodass das Land, auf dem die Menschen, die Polnisch und in schlesischer Mundart sprachen, Teil der wiedergeborenen Republik Polens werden konnte. (...) Es war nicht einfach, denn auch Pommern kehrte nach Polen zurück. Es war nicht einfach, denn all dies war notwendig, damit Polen existierte und sich weiterentwickeln konnte - nicht nur aus sozialen, sondern auch aus wirtschaftlichen, ökonomischen Gründen. Und gerade Oberschlesien war in dieser Hinsicht absolut grundlegend."

Weiter erinnerte der Präsident an die Opfer des Aufstandskampfes: "Heute ehre ich den schlesischen Aufständischen: die Jungen aus schlesischen Städtchen, aus schlesischen Familien, aus schlesischen Bauernhäusern, aus schlesischen Häusern, die für Polen und nach Polen gegangen sind, die von Polen geträumt haben und die Oberschlesien für Polen wiedererlangt haben. Und oft haben sie dafür mit Blut und sogar Leben gezahlt. Eine ewige Erinnerung an alle Gefallenen, eine ewige Erinnerung an alle, die gestorben sind, an alle, die auf dieser Erde ruhen."

In Andrzej Dudas Worten gab es am Ende der Rede aber auch Worte, die an die deutsche Minderheit gerichtet waren: "Heute sind wir nicht nur alle zusammen in Polen, Menschen mit ganz unterschiedlichen Wurzeln - diejenigen, die seit Generationen polnischer Herkunft sind, diejenigen polnisch-deutscher Herkunft sowie diejenigen, die noch auf dieser Erde leben und deutsche Herkunft haben. Sie sind auch heute unter uns. Wir alle leben in Polen, einem freien, unabhängigen, demokratischen Staat, in der Europäischen Union, in dem wir einander respektieren und ihre Rechte achten."*

Nach dem Besuch auf dem St. Annaberg ehrte Bernard Gaida auch die deutschen Verteidiger Oberschlesiens in Kranowitz in Schlesien und legte während der vom DFK Schlesien organisierten Gedenkfeier Blumen unter das Denkmal der Gefallenen.

Denkmal für die gefallenen Aufständischen in Kranowitz / Pomnik poległych powstańców w Krzanowicach. Foto: Bernard Gaida.  B  Denkmal für die gefallenen Aufständischen in Kranowitz / Pomnik poległych powstańców w Krzanowicach. Foto: Bernard Gaida.

"Wir wollen den Jahrestag dieser Tragödie eher gerecht feiern. Deshalb danke ich Bischof Andrzej Czaja, der in seiner Rede gesagt hat, was wir als deutsche Minderheit erwartet hätten", kommentierte die Feierlichkeiten Sejmabgeordneter Ryszard Galla. "Seine Worte, die den Wunsch zum Ausdruck bringen, einen gemeinsamen Ort des Gedenkens zu schaffen, werden für uns eine führende Stimme für die Zukunft sein", betonte er.

"Ich habe die Rede von Präsident Komorowski vor zehn Jahren gehört, und mir fehlt etwas", kommentiert die Worte des Präsidenten Bernard Gaida. "In der Rede des derzeitigen Präsidenten fehlte ein Hinweis auf die Idee und den Wert der gegenwärtigen polnisch-deutschen Aussöhnung, es gab keinen europäischen Akzent. Sowohl in der Rede als auch in der Dekoration, denn das Fehlen von Flaggen der Europäischen Union war auffällig. Aber auch wenn nur wenige Themen aus unserer Resolution angesprochen wurden, gab es in der Rede des Präsidenten zwei wichtige Elemente: die Worte über das gemeinsame Gebet und die Tatsache, dass wir auf dieser Erde zusammenleben. Verglichen mit der Erklärung des Präsidenten von Oppeln als Reaktion auf das Appel der deutschen Minderheit in Oppeln, beide Seiten des Konflikts zu gedenken, war es in der Tat eine Erklärung mit einer viel breiteren Perspektive, auch wenn diese weit von der Ansicht von Bischof Czaja entfernt war. Es ist nur schade, dass nur in Bezug auf das Gebet für alle Toten, aber nicht mehr im Zusammenhang mit dem Recht auf andere als nur propolnische Haltungen vor 100 Jahren. Aber ich hatte den Eindruck, dass unser Brief und unsere Resolution, und insbesondere die Begrüßung des Bischofs Czaja, den Versuch beeinflusst hatten, die Erwartung zu berücksichtigen, die multinationale Region zu verstehen, die auch die Ereignisse von 1921 anders bewertet. Aus der Sicht der Minderheiten waren die Worte des Bischofs, in denen er  für uns so wichtige Inhalte wiederholte, am wichtigsten. Darüber bin ich sehr froh.

Doch die ganze Feier: Die Worte aus der Messe und am Denkmal zeigen, dass langsam - wenn auch zu langsam - die Wahrheit durchbricht, dass das, was aus polnischer Sicht ein Sieg war, für die Bewohner Schlesiens oft eine Tragödie mehrerer Spaltungen war, die nach den Worten des Papstes eine vielseitige Aussöhnung brauchen", schließt Bernard Gaida.

*Vollen Inhalt der Rede des Präsidenten kann man HIER hören.

  • Publiziert in Politik

Erwartung

Ich lebe lange genug, sodass ich warten kann. Aber im Fall der Gedenkfeierlichkeiten auf dem St. Annaberg dauert das Warten bereits zu lang und es erfüllt mein ganzes Leben.

Als Kind, Schüler und Messdiener besuchte ich den heiligen Berg der Schlesier, seitdem ich denken kann. Dort realisierte sich mein Schlesien-Lernen, doch es geschah nur an einem Teil des Ortes. Die Kirche, das Kloster, der Kalvarienberg, die Einsiedelei, die Grotte, das Pilgerheim. Die Verbeugung vor dem Kreuz auf dem Paradiesplatz, mit der jeder Besuch dort begann. Der andere Teil war eine fremde Welt, vor dem mich die Oma gewarnt und mit geheimnisvoller Stimme gebeten hat, ich möge nie meinen Fuß auf den Platz vor dem Dunikowski-Denkmal setzen.

Sie selbst erlebte im Amphitheater ein nationalsozialistisches Treffen für Schüler und Jugendliche, bei dem ein Parteifunktionär, von der Glocke auf dem Gipfel des Annabergs unterbrochen, geschrien hatte, dass auch sie eines Tages dank des Führers verstummen werde. Für meine Oma war es eine ähnliche Gotteslästerung wie die späteren polnischen, sozialistischen Attacken auf die Religion. Sie standen zu ihr im Widerspruch und haben sie bedroht.

Neben der ideologischen Mahnung gab es auch eine moralische. Für meine Eltern und Großeltern war es nämlich ein Frevel, das Mausoleum der deutschen Verteidiger Oberschlesiens und der staatlichen Integrität vor polnischen Truppen, in dem sich ihre Asche befand, in die Luft zu sprengen. Sie meinten, die Detonation musste ihre Asche auf dem Platz vor dem neuen kommunistischen Denkmal für die Aufständischen verstreut haben. Um also nicht auf sie zu treten, sollte man nicht zum Denkmal gehen.

Der Missklang war dem Annaberg fest zugeschrieben und erst der Besuch des Papstes im Jahr 1983 sowie seine Worte, diese Erde brauche eine vielfältige Versöhnung, löste in uns eine Erwartung aus. Hunderttausende dort versammelte Schlesier wurden mit Hoffnung angesteckt. Doch sie dachten wohl nicht, dass es bis heute dauern würde. Die Welt hat sich verändert, der Sozialismus ist gefallen und Hammer und Sichel blieben nur noch auf dem Dunikowski-Denkmal. Die deutsche Minderheit wurde anerkannt, Ortsnamen haben auch eine deutsche Bezeichnung, der früher in Schulen verbotene Deutschunterricht kehrte zurück, aber der Annaberg ist immer noch in zwei Teile geteilt. In eine den Schlesiern nahe Gebets- und Pilgerzone und eine uns inhaltlich fremde staatliche Zone.

Zum wiederholten Mal habe ich auch in diesem Jahr an den polnischen Präsidenten die Bitte geäußert, während der Feierlichkeiten am 2. Mai diese Teilung zu überwinden und aller in diesem tragischen, von äußeren polnischen Kräften ausgelösten Aufstand gefallenen Opfer zu gedenken. Vor zehn Jahren hat der damalige Präsident Komorowski diese Bitte gehört und seine Worte schienen der Beginn der Realisierung des Appells von Johannes Paul II. zu sein. Jetzt warten wir wieder und glauben daran, dass der Staatspräsident sich über die engen, lokalen, archaischen und vom historischen Wissen losgelösten Aussagen und Taten stellen kann.

Bernard Gaida

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Homo sovieticus?

„Das alles zusammen bildet unsere Identität, die in Schlesien nach dem Krieg immer wieder erniedrigt, ausgerottet und aus unseren Herzen verbannt wurde. Es wurde uns eingeredet, dass wir uns für die deutsche Sprache und Kultur eher schämen sollen als auf sie stolz zu sein. Als eine Gemeinschaft müssen wir uns an die Brust schlagen, da es in tausenden Familien nicht nur aus Angst aber auch aufgrund dessen, dass wir uns das einreden gelassen haben, befinden sich so viele in Identitätsschwankungen“.

Genau dieser Satz in meiner Einleitung zu den Wallfahrtsgedanken, die ich am Sonntag, den 2. Juni, auf dem St. Annaberg vorgetragen habe, trafen auf eine belebte Reaktion. Denn auch heute noch wird die Unkenntnis der deutschen Sprache damit entschuldigt, dass man Angst vor Repressalien in der Volksrepublik Polen gehabt habe. Diese Angst ist die Wahrheit. Ist es aber die einzige Wahrheit? Da wir in diesen Tagen nicht nur an 30 Jahre der ersten deutschsprachigen Messe in Oberschlesien seit dem Kriegsende, sondern auch an die ersten "halbdemokratischen" Wahlen erinnern, gehe ich als Teilnehmer der damaligen Ereignisse in Gedanken zum intellektuellen Klima dieser Zeit zurück. Einen wichtigen Anteil hatte der Philosoph Pfr. Józef Tischner, der im Jahr 1990 den Begriff „homo sovieticus” gebrauchte, um einen Menschen zu beschreiben, der sich nicht von den Merkmalen des Lebens im Kommunismus trennen kann, obwohl dieser untergegangen ist.

Gestern habe ich erfahren, dass Tischner diesen Begriff gar nicht erfunden hat, sondern ihn vom russischen Dissidenten Zinowiew übernommen hat. Ihm nach bestehe die russische Gesellschaft "aus geleeartigen Individuen und erinnern selbst an einen Gelee. Es ist eine Gesellschaft von Chamäleons und ist als ganzes auch ein riesiges Chamäleon." Für Tischner ist der „homo sovieticus” eine Form der "Flucht vor der Freiheit", in der die "geleeartigen Individuen" nicht leben können, weil sie eigenständiges Handeln und Entscheidungen fordert. Ohne sie kommt die Versuchung, alle Unglücke der Vergangenheit für immer festzuhalten, immer dazu bereit zu sein, andere und nicht sich selbst zu beschuldigen und unfähig zu sein sich für die Überwindung der Vergangenheit einzusetzen. Solche Individuen wollte der Kommunismus, um ihnen das Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, um ihnen alles einreden zu können, ihre Gedanken zu formen und Reaktionen vorherzusehen. Tischner wusste, dass der „homo sovieticus” in den Menschen nach der Volksrepublik Polen stark und sogar vererbbar ist.

Jeder muss sich Gedanken machen, wie viel Unfähigkeit die Konsequenzen der kulturellen Diskriminierung zu überwinden nur noch bequeme Entschuldigung ist, wie viel davon geben wir an die junge Generation weiter, die von keinem mehr diskriminiert wird? Ist es nicht Zeit diesen Kreis zu durchbrechen? Schreiben wir uns zum Deutschkurs ein, schalten Kindern KIKA ein, kaufen deutsche Bücher, hören die Tagesthemen, besuchen die deutsche Messe, erzählen den Kindern vom Deutschtum ihrer Vorfahren, wählen als Urlaubsziel auch mal Weimar und nicht nur Paris oder Dubrovnik. Nehmen wir unser kulturelles Schicksal in unsere Hände.

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24. Minderheitenwallfahrt der nationalen und ethnischen Minderheiten und die Erinnerung an den 30. Jahrestag der Wiedereinführung der Heiligen Messe in deutscher Sprache

Am Sonntag, den. 2 Juni fand die 24. Minderheitenwallfahrt der nationalen und ethnischen Minderheiten zum St. Annaberg statt. In diesem Jahr wurde dabei zugleich an den 30. Jahrestag der Wiedereinführung der Heiligen Messe in deutscher Sprache erinnert, die am 4. Juni 1989 gehalten wurde. Die deutsch gelesene Messe geht auf die Entscheidung des damaligen Oppelner Bischof Alfons Nossol zurück.

Vor dem Festgottesdienst hielt der VdG-Vorsitzende Bernard Gaida ein Geleitwort auf Deutsch und Schlesisch, hingegen im Namen von Sinti und Roma hielt Frau Helena Łakatosz aus Brieg eine Rede auf Polnisch und Romani.

Die heilige Messe verlief in polnischer, deutscher Sprache sogar auf Romani. Hauptzelebrant der Messe war der Paderborner Weihbischof Matthias König, der sie zusammen mit dem Gastgeber, dem Oppelner Bischof Andrzej Czaja abgehalten hat.

Auf dem St. Annaberg versammelten sich in diesem Jahr ca. 1500 Angehörige sowohl der deutschen sowie als auch der Sinti und Roma Minderheiten, mit dem Vorsitzenden des Vereins, Jan Korzeniowski. Bei der heiligen Messe nahmen zahlreiche Vertreter der Selbstverwaltung teil. Am religiösen Fest nahmen u.a. der deutsche Botschafter Rolf Nikel, die Konsulin der BRD in Oppeln Brigit Fisel-Rösle, der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Bernd Fabritius, der Abgeordnete des Europäischen Parlaments Marek Plura, der Abgeordnete im polnischen Sejm Ryszard Galla, der Marschall der Woiwodschaft Oppeln Roman Kolek und Rafał Bartek der Vorsitzende des Oppelner Sejmiks und zugleich der Vorsitzender der SKGD in Oppelner Schlesien, teil.

Im Anhang präsentieren wir das Wortlaut der Geleitwort des VdG-Vorsitzenden Bernard Gaida und ein Grußwort von Bernd Fabritius des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten:

 

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 Quelle: nto.pl, gość.pl

 

 

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