Log in
Łukasz Biły

Łukasz Biły

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kolumne 27.03.2015 - Positive Diskriminierung

Diesen Text schreibe ich nach der Sitzung der Gemeinsamen Kommission der Regierung und der Nationalen Minderheiten, an der ich zum ersten Mal als vollwertiges Mitglied teilnahm. Die Themen, die für diese Sitzung vorgesehen waren, waren der Bildung gewidmet, aber auch der Vorstellung der Resolution bezüglich der Umsetzung durch Polen der Rahmenkonvention zum Schutz der nationalen Minderheiten sowie den laufenden Angelegenheiten. Drunter waren nötige Änderungen in den Angelegenheiten des Abiturs für Schülers, die Deutsch als Minderheitensprache lernen oder der Ausgabe der Bildungssubvention, die für dieses Ziel vorgesehen ist. Diese Sachen werden fachlich analysiert. Einem Vertreter des Außenministeriums wurde vorgeworfen, dass man, anstatt sich auf Vernachlässigungen Polens in Hinsicht des Schutzes der nationalen Minderheiten zu konzentrieren, sich den Vernachlässigungen Litauens gegenüber der polnischen Minderheit widmet. Sprich: Er hat das Thema verfehlt. Auf dem Rückweg aus Warschau war aber ich zufrieden, dass trotz der Probleme die Kommission eine Plattform ist, in der man die anhört, die in Polen eine besonders kleine Gruppierung der Bürger darstellen, aber die doch sehr wichtig sind, im Hinblick auf die Problematik und das Bild eines Landes außerhalb seiner Grenzen. Leider haben wir in der Region viele Angelegenheiten, in denen ich im Gegenteil den Eindruck habe, dass die Entscheidungsträger davon ausgehen, dass das Recht einer Minderheit zu existieren und zu wirken, eine Gnade ist, die ihr von der Mehrheit gewährleistet wurde. Die Minderheit hingegen, sollte dankbar für diese Gnade sein und daher nichts weiter fordern. In Oppeln plant man weiterhin die Kontroversen – weil ja in großer Dissonanz zur deklarierten Regionalpolitik der Vielfalt und zur jetzigen Stimmung in Europa stehenden – Insignien des Marschalls. In Kattowitz hat man einen Versuch mit einer Ehrentafel auf seinem Geburtshaus den kontroverseren und doch so christlichen Politiker Herbert Czaja zu ehren, abgelehnt. Die Stille rund um die Ehrenbürgerschaft für Miroslav Klose. All diese Angelegenheiten sind mit der deutschen Minderheit verbunden. All diese Vorschläge werden demokratisch abgelehnt, als ob in Oberschlesien niemand davon gehört hat, dass man mit der Mehrheit der Stimmen, immer den Antrag einer Minderheit ablehnen kann. Deswegen muss eine wahre Regionalpolitik den Begriff des interkulturellen Denkens und der positiven Diskriminierung kennen. In dutzenden von Regionen Europas kennt man diese, es gibt auch verspätete Regionen, aber zu diesen wollen wir wohl nicht zählen.

  • Publiziert in Blogs

Messen - Andere Regionen

Heilige Messen in deutscher Sprache finden außerhalb Schlesien in folgenden Ortschaften statt:

  • Publiziert in VdG
Diesen RSS-Feed abonnieren