"Das Leiden kennt keine Nationalität" - 75 Jahre nach dem Kriegsende und der Nachkriegstragödie der Deutschen in Polen
Am letzten Sonntag im Januar 26. 01. 2020 in Lamsdorf hat der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen zusammen mit deutschen Diplomaten und schlesischen Organisationen (u. a. Die Bewegung für die Autonomie Schlesiens und ŚLŌNSKŎ FERAJNA) den Tag der oberschlesischen Tragödie würdig gefeiert. Die Feierlichkeiten begannen mit einer Andacht in der St. Maria Magdalena Pfarrkirche, die vom Seelsorger der deutschen Minderheit Pfr. Dr. Piotr Tarlinski geleitet wurde. Die zahlreich erschienenen Gäste haben im Gebet an die Opfer der Kriege, der Vertreibung und des Arbeitslagers in Lamsdorf, aber auch an die Täter gedacht.
Der Andacht in der Kirche folgten weiter die Feierlichkeiten auf dem Friedhof der Opfer des Arbeitslagers. Es wurden Kränze an den vielsagenden Tafeln niedergelegt, Kerzen angezündet und alle Versammelten haben auch hier im Gebet an die Opfer gedacht. Der Vorsitzende des Verbandes Bernard Gaida hat in seiner Rede die Wichtigkeit solcher Orte, wie Lamsdorf und solcher Feierlichkeiten unterstrichen:
"Dieser Ort erinnert uns schmerzhaft an die namenlosen Opfer des Nachkriegsleidens, aber auch auf diese Weise, indem uns die örtliche Direktorin mitgeteilt hat, dass sich hinter diesem Zaun im Gebüsch immer noch die sterblichen Überreste begrabener Häftlinge dieses Nachkriegslagers befinden. Demgemäß wenn wir irgendwo auf Widerstand stoßen, dürfen wir auf das Streben der Enthüllung der Wahrheit und ihrer Gedenken nicht verzichten."
Herr Bernard Gaida erwähnte auch seine Teilnahme an der Reschitza in Rumänien, wo er als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Deutscher Minderheiten (AGDM) bei den Gedenkfeierlichkeiten für die deutschen Opfer der Deportation in die Sowjetunion teilgenommen hat:
"Dabei möchte ich erwähnen, dass ich direkt aus Reschitza in Rumänien hierhergekommen bin, wo ich gestern bei den Gedenkfeierlichkeiten für die deutschen Opfer der Deportation in die Sowjetunion teilgenommen habe. Nach Rumänien bin ich aus Nowosibirsk gekommen, wo ich die AGDM-Ausstellung „In zwei Welten“ über 25 deutsche Minderheiten eröffnet habe. Die Ausstellung habe ich in Sibirien eröffnet, da im Jahr 1941 dorthin Wolgadeutsche verbannt oder deportiert wurden."
Herr Hans Neumann, Tobias Gotthardt, Ryszard Galla und Rafał Bartek betonten in ihren Reden die Bedeutung der Zeremonie, wobei sie nachdrücklich darauf hinwiesen, dass eine ähnliche Tragödie nie wieder geschehen soll.
Nach der Kranzniederlegung am Friedhof der Opfer des Arbeitslagers in Lamsdorf fand ein Treffen in Bielitz mit Dr. habil. Krzysztof Paweł Woźniak statt. Erhielt einen Vortrag über: „Lager Sikawa und Schicksal der Lodzer Deutschen”. Die Vorlesung betraf die Geschichte der Bewohner von Lodsch seit dem 19. Jahrhundert in Bezug auf Demographie, Kultur und ethnische Vielfalt. Dann sprach Professor Woźniak über den Wandel der Ansichten der Einwohner von Lodsch, der sich während des Zweiten Weltkriegs radikal zu verändern begann, und über das Lager und die Nachkriegssituation der Deutschen, die in der Stadt oder im Lager Sikawa verhaftet wurden. Der Professor erwähnte, dass der Reichtum des Menschen in seiner Vielfalt liegt, und so war es in Lodsch vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
An den Feierlichkeiten nahmen teil: der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Breslau, Herr Hans-Jörg Neumannie, die Konsulin der Bundesrepublik Deutschland Frau Birgit Fiesel – Rösle, der Sejmabgeordnete der deutschen Minderheit Herr Ryszard Galla, der Vorsitzende des Europaausschusses im Bayerischen Landtag, Herr Tobias Gotthardt , der Vizemarschall der Woiwodschaft Oppeln, Herr Roman Kolek, der Vorsitzende des Sejmik der Woiwodschaft Oppeln und zugleich Vorsitzende des SKGD, Herr Rafał Bartek, die Beauftragte des Oppelner Woiwoden für nationale und ethische Minderheiten, Frau Bożena Kalecińska, der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen, Herr Dr. Jens Baumann, Herr Marcin Lippa, der Vorsitzende der SKGD Schlesien, Herr Marek Wittek, der Bevollmächtigte des Vorstandes der Woiwodschaft Oppeln für kulturelle Vielfalt, der Geschäftsführer des Hauses der deutsch – polnischen Zusammenarbeit Herr Lucjan Dzumla, Vorsitzender der Schlesischen Autonomiebewegung (RAS) Herr Jerzy Gorzelik, ehemaliger Direktor Oberschlesischen Museen Herr Leszek Jodliński, Vertreter der kommunalen Selbstverwaltung der naheliegenden Gemeinden, zahlreiche Vertreter der deutschen Freundschaftskreise und Bewohner von Lamsdorf.
Das Jahr 2020 ist ein besonderes Jahr mit vielen wichtigen Jahrestagen, die wir mit Würde feiern möchten. Die gestrige Zeremonie veranstalteten wir unter dem Leitthema: 75 Jahre nach dem Kriegsende und der Nachkriegstragödie der Deutschen in Polen.”



















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