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Gedenktag für Ungarndeutsche

Ungarn wird vom kommenden Jahr an einen Gedenktag für die vertriebenen Ungarndeutschen abhalten. Das hat das Parlament in Budapest am Montagabend ohne Gegenstimmen beschlossen.

Jeweils am 19. Januar soll der Menschen gedacht werden, die Nachfahren deutscher Einwanderer waren und 1945 und in den Jahren danach aus Ungarn ausgewiesen wurden. Grundlage dafür war das Potsdamer Abkommen von 1945. Im Zuge einer Bodenreform wurde die deutschstämmige Bevölkerung - vor allem die mit landwirtschaftlichem Besitz - enteignet; am 19. Januar 1946 begannen die Deportationen.

Noch 1941 hatten in einer Volkszählung 377000 Menschen in Ungarn (einschließlich der „Vor-Trianon“-Gebiete) Deutsch als ihre Muttersprache bezeichnet. Mehr als die Hälfte verließen das Land. Die heutigen Ungarndeutschen werden auf ungefähr 200 000 Menschen geschätzt.

Ungarn begeht auch einen Holocaust-Gedenktag.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

Letzte Änderung am Mittwoch, 08 Februar 2017 23:07