Kolumne 07.02.2014 - Das Deutsche in unserem Leben
In dem Moment, in dem ich diese Kolumne schreibe, muss sich sagen – ich habe kaum einen Jahresanfang erlebt, der so intensiv wäre. Der erste Monat war sowohl von negativen als auch positiven Ereignissen geprägt. Ein gutes Signal ist z. B. die Berufung des Ministerpräsidenten von Brandenburg Dietmar Woidke zum Koordinator für deutsch-polnische Zusammenarbeit des Auswärtigen Amtes. Er, der eine Region betreut, die so nahe an dem Lebuser Land ist, wo deutsche aus Grünberg aktiv ihre Kultur und Identität pflegen, wird hoffentlich auch für uns ein wichtiger Partner. Mit dem Gedanken über Grünberg muss ich sagen, dass nicht überall die Verwaltung so offen für das Deutschtum ist wie dort. Wieder einmal haben die Ratsmitglieder aus Groß Strehlitz gegen die Konsultationen, bezüglich der zweisprachigen Ortschilder gestimmt und die Ortsschilder in Kieferstädtel überdauerten nicht mal einen Monat ohne beschmiert zu werden. Schon lange fordert die deutsche Minderheit eine Kampagne in der Öffentlichkeit, welche den Gedanken der Vielfalt fördern würde, um solchen Vorfällen vorzubeugen. Mit der will es nicht so richtig klappen, doch wenigstens gibt man auch manchmal indirekt zur Kenntnis, dass die Anwesenheit des Deutschen in unserem Leben keine Gefahr darstellt, mehr noch sie kann uns bereichern. Bereichert hat sie den polnischen Premierminister Tusk, der letzten sagte, dass er Deutsch nur von seiner Großmutter lernte und er viel besser deutsch als russisch spreche, obwohl er Russisch 14 Jahre lang in der Schule gelernt hat. Nur durch seine deutschsprechende Großmutter kann er, der ranghöchste Politiker jetzt mit Kanzlerin Angela Merkel ohne Dolmetscher sprechen. Es freut uns, dass Herr Tusk das deutsche in seinem Leben so offen anspricht und wir hoffen nach so einer Aussage umso mehr auf Förderung der Vielfalt in Polen.
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