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Łukasz Malkusz

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Wir laden zur Wallfahrt ein

Plakat 2017 www kopia

Am Sonntag (4. Juni) findet die diesjährige Wallfahrt der Minderheiten zum Sankt Annaberg statt. Die Feierlichkeiten werden um 10.00 Uhr mit Gebet  für Familien und die Junge Generation anfangen, dem folgt um 11.00 Uhr das feierliche Hochamt an, der vom Bischoff Andrzej Czaja zelebriert wird. Nach den kirchlichen Feierlichkeiten sind alle Teilnehmer herzlichst zum Festival der Gesangsgruppen der Deutschen Minderheit am Pilgerheim eingeladen, das um 13.00 Uhr startet. Um 14.30 ist eine Andacht zu Ehren der heiligen Anna in der Basilika eingeplant. Die Teilnahme bei der Wallfahrt haben bereits der deutsche Botschafter in Warschau Rolf Nikel, der Beauftragte der Bundesrepublik für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk, sowie der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien Stephan Rauhut bestätigt, weitere Vertreter der Landsmannschaften und Abgeordnete.

500 Jahre Reformation – Der letzte Tagungstag

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Der letzte Tagungstag begann mit einem Referat von Doktor Stephan Aderhold, der über die Musik an der Friedenskirche zu Schweidnitz als Mittel der Konsolidierung der Reformation gesprochen hat.

Der Referent stellte zunächst sowohl den historischen Hintergrund zum Bau der der drei Friedenskirchen in Schlesien dar, er erzählte auch über den Stellenwert der Musik und Chöre in der Reformationsbewegung. Dabei konnten die Teilnehmer der Tagung auch interessante Einzelheiten zu den Einschränkungen lernen, mit denen sich die damals genannten Nichtkatholiken zurechtfinden mussten:

In der Kirche wurden drei hölzerne Spionenkästen errichtet. Darin saßen während des Gottesdienst Jesuiten, die lauschten, ob der Pfarrer keine Blasphemie betrieb. Es durften keine Kirchentürme gebaut werden und es war auch keine Schule gestattet.

Dies waren aber bei weiten nicht alle Beschränkungen, von weiteren berichtete Doktor Aderhold auch ausführlich. Sehr oft waren es Verbote der musikalischen Begleitung von kirchlichen Feierlichkeiten und sogar von Trauermärschen. Die Anwesenden hatten auch die Möglichkeit, eine Rekonstruktion eines Kirchenliedes aus dem 18. Jahrhundert zu hören.

Die dreitägige Konferenz wurde vom VdG-Vorstandsvorsitzendem Bernard Gaida zusammengefasst:

Als Verband sind wir auch dafür verantwortlich, die deutsche Kultur in Polen zu bewahren und diese Konferenz ist auch ein Bewies dafür. Auf diese Weise wurde uns nicht nur die Geschichte der Reformation näher gebracht, aber auch ihre Wichtigkeit für die deutsche Geschichte.

Die Konferenz wird aus den Mitteln des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland und des Ministerium des Innern und Administration realisiert.

  • Publiziert in VdG

500 Jahre Reformation – der zweite Konferenztag

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Der zweite Konferenztag begann mit dem Referat vom Pastor der evangelischen Pfarrei in Schwientochlowitz Marcin Brzóska, der über die Reformation im Teschiner Land erzählte.

Zunächst berichtete er über die ersten Zeichen der nahenden Reformation in Schlesien, die bereits zwei Jahrhunderte vor Luther zu sehen waren. Das Teschiner Land selber wurde in der Hälfte des 16. Jahrhunderts überwiegend evangelisch, wobei ein wichtige Rolle von der heimischen Piasten-Dynastie gespielt wurde, das friedliche Zusammenleben dauerte aber nur ein Jahrhundert – danach machte die Kontreformation Fortschritte. Der Bau von evangelischen Kirchen wurde ohne Einschränkungen erst nach den Schlesischen Kriegen, als Schlesien unter die preuβische macht kam:

Damals wurde das heute charakteristische Angesicht von Schlesien geprägt. In vielen Ortschaften sah man nun Kirchentürme zweier Konfessionen und zwei Gemeinschaften lebten in ihnen friedlich nebeneinander.

Professor Piotr Jaskóła stellte die katholische Perspektive auf Martin Luther vor, und das von dem Anfang Reformation, bis zum heutigen Tage. Er begann mit dem Vorstelen des Lebenslaufen von Luther selber. Anfangs war sein Bild in katholischen Schriften eindeutig ein dunkles. Das änderte sich in den nächsten Jahrhunderten, als diese Meinungen immer objektiver wurden. Dies ist besonders nach dem Zweiten Vatikan Konzil sichtbar, und an den Gedanken Martin Luthers ging in seinen theologischen Schriften auch nicht Papst Johannes Paul II vorbei, der ihn als erstes Kirchenoberhaupt nach über 400 Jahren mit Namen erwähnte.

Pastor der evangelischen Pfarrei in Oppeln Wojciech Pracki stellte Luther als Vater der deutschen Sprache vor. Dabei meinte er natürlich nicht, dass Deutsch erst in den Zeiten Luthers  endstanden ist, sondern dass erst dann aus lokalen Dialekten eine allgemeine Kommunikationssprache gebildet wurde, in die Luthers seine Bibel übersetzte. Zwar gab es davor bereits 18 Übersetzungen der Bibel in die deutsche Sprache, aber sein Werk war das populärste und universellste. Dieses Werk war aber auch ein Impuls für die Übersetzung der Bibel  in andere nationale Sprachen.

Doktor Piotr Birecki brachte den Teilnehmern der Konferenz die Geschichte der Reformation aus der Perspektive der Kunst in Preuβen näher. Die Einstellung der Lutheraner, die in dieser Region eine dominante Volksgruppe darstellten, wird oft missverstanden. Zwar gab es oft Beispiele von Plünderung und Vandalismus beim Übernahmen von Kirchen, dies war aber nicht die Regel:

Trotz Kontroversen sollten die Kunstwerke in Kirchen nicht zerstört werden, sondern eher der neuen Ordnung angepasst. Man hat versucht die Werke neu zu interpretieren, sodass diese nicht mehr ein Objekt des Kultes waren, sondern nur eine Weise der Übertragung des Glaubens.

Abends berichtete Margrit Kempgen, Geschäftsführerin der Stiftung evangelisches Schlesien in Görlitz, über das Leben der Protestanten in Niederschlesien im Laufe der letzten fünf Jahrhunderte. Dabei wurde auch der Wandel der Situation im Laufe der Jahre dargestellt. Besonders interessant war auch eine sehr pragmatische Politik des preuβischen Königs nach der Eroberung von Schlesien in der Hälfte des 18. Jahrhunderts. Es wurde auch die Eingliederung der Ostlausitz in Schlesien nach 1815 und die damit verbundenen Änderungen in der Kirche erklärt.

Die Konferenz wird aus den Mitteln des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland und des Ministerium des Innern und Administration realisiert.

  • Publiziert in VdG

Die Konferenz „500 Jahre Reformation. Reformation in Schlesien, Pommern und Preußen“ hat begonnen

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Nach der Verbandsratssitzung des Verbandes deutscher Gesellschaften, wurde in Breslau eine dreitägige Konferenz eröffnet.

Die Referenten und Gäste wurden durch den VdG-Vorstandsvorsitzenden begrüßt. Bernard Gaida unterstrich dabei nicht nur die Wichtigkeit von Breslau als erstes Reformationszentrums in Schlesien, beim Vorstellen der Thematik der Konferenz bezog er sich auch auf seine Persönliche Erfahrungen:

Vor einigen Jahren habe ich mit Erzbischof Nossol gesprochen und wollte ihm für einen Gottesdienst für die deutsche Minderheit danken. Er sagte, das kein Dank nötig ist, denn die Kirche und die Minderheit kämpfen an derselben Front, kämpfen um die Seelen. Den sowohl die Sprache, wie auch die Religion sind unzertrennliche Teile der menschlichen Seele.

Das erste Referat wurde von Professor Krzysztof Gładkowski gehalten. Der geschätzte Politologe ging auch von der Bedeutung der Reformation aus:

Dank der Reformation wurde die nationale Kultur der Nationen in Mittel- und Osteuropa geschaffen, den die Bibelübersetzungen waren Quellen der nationalen Literatur. Auch deshalb bin ich überzeugt, dass in der Religion die Wurzeln der Kultur liegen, und nicht umgekehrt. Das wird durch die ganze Geschichte der Situation gezeigt.

Danach stellte Gładkowski eine detaillierte Übersicht durch die Geschichte der Reformation in Schlesien dar. Doktor Lars-Anne Dannenberg sprach über die Reformation in Pommern, Preuβen und im Königreich Polen. Bevor er zu Einzelheiten der Geschichtsereignisse  überging, begann er auch mit allgemeinen Gedanken zur Reformation:

Die Reformation ist nun auf keinen Fall ein singuläres Ereignis, das mit der Bekanntmachung der Thesen von Martin Luther anfing und endete. Es ist ein mindestens 500 Jahre langer Prozess, der noch bis heute dauert. Dieser Prozess veränderte Grundsätzlich die Begriffe von Familie, Zusammenleben und sogar Recht und Ordnung.

Der erste Konferenztag endete mit einen Treffen mit Pastor Andrzej Fober aus der St. Christophori Kirche in Breslau. Der Geistliche erzählte nicht nur über seine Gemeinde, aber auch über die Nachkriegsgeschichte und den allgemeinen Stand der evangelischen Kirche in Polen. Seine Gemeinde konzentriert sich in ihrer Tätigkeit nicht nur auf die Seelsorge, sondern befasst sich auch mit Kultur und mit sozialer Aktivität.

Die Konferenz wird aus den Mitteln des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland und des Ministerium des Innern und Administration realisiert.

  • Publiziert in VdG
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