Die VdG-Verbandsratssitzung tagte in Breslau
Heute fand in Breslau die 48. Verbandsratssitzung des Verbandes deutscher sozial-kultureller Gesellschaften in Polen statt. Die Delegierten haben sich unter anderem mit dem Jahresbericht für das Jahr 2016 vertraut gemacht, es wurde ein neues assoziiertes Mitglied in den Verband aufgenommen.
Die Delegierten und Gäste wurden vom VdG-Vorstandsvorsitzendem begrüβt. Bernard Gaida unterstrich in seiner Rede, dass dieser Treffpunkt nicht durch Zufall gewählt wurde:
Wir treffen uns heute in der Hauptstadt Schlesiens. Es ist wichtig sich hier, am 500-Jährigen Jubiläum der Reformation zu treffen. Den ich selber, und viele Deutsche in Polen, sind überzeugt, wie wichtig die Reformation für die Geschichte Schlesiens und Deutschlands war.
Dabei deutete Gaida auch die Herausforderungen an, die den Verband in den nächsten Monaten erwarten:
Die Kadenz des Vorstands endet im Dezember dieses Jahres. Ich bitte alle gute Delegierte zu wählen, das heißt nicht nur solche, die gute Verwalter sind. Wir brauchen Idealisten, die ihre Ambitionen und ihren Ehrgeiz zu Gunsten der Deutschen in Polen opfern wollen.
Der Vorsitzende deutete auch Probleme an, die gerade im Laufe des Jahres 2016 angewachsen sind, darunter die Tatsache, dass zum ersten Mal Rechte, die durch die Minderheit erreicht worden, bei der Vergröβerung von Oppeln zurückgezogen sein worden. Als wichtigste politische Ereignisse, die im den kommenden Monaten im Focus der Deutschen in Polen sein sollten, wurden die kommenden Bundestagswahlen und die Minority SafePack Initiative erwähnt. Die ganze Rede des Vorsitzenden finden Sie im Anhang.
Generalkonsulin der Deutschlands in Breslau Elisabeth Wolbers versicherte die Deutschen in Polen über weitere Hilfe seitens der Bundesrepublik:
Die Deutschen und die Bundesrepublik stehen weiter an ihrer Seite und werden Sie auch in der Zukunft bei ihrer Arbeit unterstützen. Besonders beeindruckt bin ich von ihrer Arbeit bei solchen Projekten wie die Samstagskurse, die Miro-Deutsche Fußballschuhen, aber auch von der Vernetzung der Minderheiten.
Der Vorstands-Vorsitzende stellte auch eine kurze Präsentation mit Auszügen aus dem Jahresbericht für das Jahr 2016 vor. Dabei erzählte er aber auch von den wichtigsten Ereignisse im ersten Halbjahr 2017, darunter unter anderem die Treffen der Vertreter der Deutschen Minderheit in Polen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Start des Projektes „Ich liebe die Sprache“ und der FUEN-Kongress in Klausenburg. Revisionskommissionsmitglied Anita Pendziałek stellte darauf den Bericht der Revisionskommission vor. Die Delegierten haben dem Vorstand entlastet.
Als assoziiertes Mitglied wurde zum VdG die Bildungsgesellschaft Cosel-Rogau aufgenommen. Die Geschichte und Tätigkeit der Organisation wurde von der Vorstands-Vorsitzenden Rosemarie Kerner vorgestellt.
Bernard Gaida stellte das Arbeitsprogramm des Verbandes für das kommende Jahr vor. Die wichtigsten Punkte dabei waren die neue Entwicklungsstrategie der deutschen Minderheit, über die VdG-Vorstandsmitglied Rafał Bartek erzählte, die diesjährigen Bundestagswahlen und die Teilnahme bei der Petitionskampagne für die Minority SafePack Initiative. Bartek betonte dabei die Wichtigkeit der Umsetzung der Strategie:
Die Frage ist nicht nur was man persönlich machen kann, um in seinem Ort die Strategie umzusetzen. Man muss sich fragen: Was kann ich machen, um für die deutsche Kultur zu begeistern.
BJDM-Vorstandmitglied Melania Smykała stellte den Stand der Arbeit an der Jugendstrategie der deutschen Minderheit in Polen vor. Zusätzlich haben die Delegierten die Revisionskommission ergänzt. Einstimmig wurde Tomasz Krause von der SKGD in Stettin zum Mitglied gewählt. In der Sitzung wurden auch zwei Beschlüsse getroffen. Die Delegierten gaben ihr Einverständnis mit dem Vorschlag des Einrichtens eines zentralen Archivs der deutschen Minderheit erklärt. Auch die Unterstützung für die Minority SafePack-Petitionskampagne wurde einstimmig beschlossen.
- Publiziert in VdG


