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Łukasz Malkusz

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Pöttering – Verletzungen der Minderheitenrecht sind eine Sache der Europäischen Kommission

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Nach der Feierlichen Eröffnung der Tagung „Glaube – Stütze der Identität“ trat Hans-Gert Pöttering, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments und Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung mit einem Festvortrag zum Thema „Politik aus christlicher Verantwortung – Die Bedeutung nationaler und religiöser Minderheiten für den europäischen Einigungsprozess“ auf. Im Anschluss kam es zu einer interessanten Diskussion.

Pöttering eröffnete seinen Vortrag mit Gedanken zur Bedeutung der christlichen Werte in der  europäischen Politik:

Die christlichen Werte verbinden auch die über 500 Millionen Menschen in der Europäischen Union. Das vereinte Europa ist ohne christliche Wurzeln nicht vorstellbar. In der Einigung Europas wurde die gröβte Lehre aus der Geschichte unseres Kontinents gezogen. Die Gründerväter – Konrad Adenauer, Robert Schumann, Jean Monnet – haben die europäische Vereinigung als Friedensprojekt konzipiert. (…) Nicht die Macht hat das Recht, sondern das Recht hat die Macht in der Europäischen Union, und das sichert uns den Frieden. Wir sind manchmal sehr unzufrieden mit der Union, aber es ist allemal besser die Nächte durchzuverhandeln ,als den Weg der Vergangenheit zu wählen.

Der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung bekennte sich klar für eine Politik, die den Rechten dient. Widerstand soll dabei nicht durch Unterschiede im Glauben oder in der Nationalität geweckt werden, sondern soll nur gegen Gewalt gerichtet werden. Unchristlich ist dabei das Verschließen der Augen, wenn es um Opfer politischer Verfolgung und des Terrors geht.

Die Minderheiten sind ein Thema der europäischen Politik seit dem Anfang der 90ger Jahre. Was die Rechte der Minderheiten angeht müsste man, meint Pöttering, sich die Lage in Staaten die Mitglieder werden wollen, sehr genau anschauen. Die bisherige Vergröβerung der EU war auf keinen Fall ein Fehler, man sollte aber daraus eine Lehre ziehen und in der Zukunft ziehen.

Nach dem Vortrag wurde nicht nur über das besprochene Thema, sondern auch über Fragen der aktuellen Politik diskutiert. Bernard Gaida, VdG-Vorstandsvorsitzender und AGDM-Sprecher, ob Minderheitenrechte einheitlich auf europäischer Ebene geregelt werden sollten, da jetzt in den jeweiligen EU-Ländern verschiedene Rechtsregelungen gelten, was sich praktisch auf eine sehr unterschiedliche Lage der deutschen Minderheiten auswirkt. Nach der Meinung von Pöttering, sind die Minderheitenrechte bereits Sache der EU, und sollten auch auf dieser Ebene verteidigt werden:

Wenn Sie der Meinung sind, irgendwo werden hier für Sie in Polen die Minderheitenrechte verletzt, dann ist das eine Sache der Kommission – so äußerte der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung klar seine Meinung.

  • Publiziert in VdG

Feierliche Eröffnung der Tagung „Glaube – Stütze der Identität“

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Gestern fand in Groβ Stein die feierliche Eröffnung der Tagung „Glaube – Stütze der Identität“ statt. Über 50 Teilnehmer aus 15 Ländern begannen die Konferenz anmessend mit einer ökumenischen Andacht.

Danach sammelten sich die Teilnehmer im Konferenzsaal des Schlosses. Das Wort ergrifft zuerst Hartmut Koschyk, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. In seiner Rede begrüβte er nicht nur die Teilnehmer und gab eine Vorschau auf die geplanten Ereignisse der nächsten Tage, er sprach auch über die Bedeutung der Thematik:

Mit der Formulierung „Glaube – Stütze der Identität“ wollen wir die erhebliche Bedeutung der kirchlichen Seelsorge für die deutschen Minderheiten zu einen thesenhaft unterstreichen.  Zum anderen aber fordert uns diese Gleichung auf, in den kommenden Stunden und Tagen in Gebet und Gesang wie auch in Vorträgen und Gesprächen dem Grund und dem Ausmaß der Bedeutung der kirchlichen Seelsorge für die deutschen Minderheiten nachzuspüren. Warum liegt mir dieses erstaunlicher Weise bislang eher stiefmütterlich behandelte Thema so am Herzen? Weil der christliche Glaube nicht nur in kirchlicher Hinsicht Zentral ist, sondern gerade auch mit Blick auf die Bewahrung der eigenen kulturellen Wurzeln und damit der eigenen Identität eine wichtige Rolle spielt.

Bischoff Andrzej Czaja stellte in seiner Rede die Situation in der Diözese Oppeln, was die Seelsorge der Deutschen betrifft. Darauf deutete er auf Probleme, auf die die Bewahrung der Identität sowohl in der Skala der Region, wie auch auf persönlicher Ebene trifft. Er sprach auch über die Aufgaben, die die Diözese in Hinsicht auf die Seelsorge der Deutschen auf sich nimmt. Das Ziel ist hier eine vollständige pastorale Betreuung, auch was die liturgischen Dienste und Katechese angeht. Leider ist solch eine Haltung nicht in allen Diözesen üblich. Auch die Verbindung zwischen dem Glauben und der Identität wurde dabei vom Bischoff angesprochen:

Der Glaube und Identität haben etwas gemeinsames. Sie sind zu tiefst individuell, und trotzdem haben zugleich beide einen Gemeinschaftscharakter. Sie sind von der persönlichen Entscheidung abhängig: „Ich glaube an Gott“ und „Ich bin ein Deutscher, ein Franzose, ein Pole“. Sie entfalten sich in der Gemeinschaft, daher braucht der Mensch eine Unterstützung von außen (…). Ein deutscher der glaubt, braucht die Akzeptanz und die Förderung durch die Gesellschaft und die Kirche zugleich.

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Dietrich Galter, Pfarrer und Dechant des Hermannstätter Kirchenbezirks, berichtete über die Situation der deutschen Kirche in Rumänien, die bereits seit Jahrhunderten Träger der deutschen Identität ist. Dort wirkt sich eine gute Zusammenarbeit der Kirche und des politisch aktiven Deutschen Forums nicht nur positiv auf die deutsche Minderheit aus, sondern trägt auch zu Respekt und Schätzung seitens der rumänischen Mehrheit da. Ganz problemlos ist es aber auch nicht – Sorgen macht die immer geringere Anzahl der Priester und die immer gröβere Anzahl der Aufgaben, die auf sie zukommen.

VdG-Vorstandsvorsitzender und AGDM-Sprecher Bernard Gaida erinnerte an die Entwicklung der Seelsorge für die Mitglieder der deutschen Minderheit, besonders in den schwierigen Jahren der Nachkriegszeit. Er stellte auch Beispiele aus der Lehre der katholischen Kirche in dieser Hinsicht vor. Letztendlich wagte er auch einen Ausblick auf die erwarteten Früchte der Tagung:

Ich hoffe, dass unsere Tagung, die so klar betitelt wurde, tatsächlich zum Erfahrungsaustausch in Grenz- und Konfessionsübergreifenden Gesprächen den erfahrenen und mutigen Priestern und Vertretern der Minderheiten ermöglichen wird, den weniger mutigen Mut zu geben, um die Seelsorge der Deutschen in den jeweiligen Ländern, Diözesen und Pfarrgemeinden zu entwickeln. Aber auch, dass wir alle Multiplikatoren dieser Botschaft sein werden. Dadurch kann man bestimmt auch die Grundlagen des Christentums, auch für die Mehrheit, noch besser verkünden.

Nach diesen Eröffnungsreden trat mit seinem Festvortrag Hans-Gert Pöttering, ehemaliger Präsident des Europäischen Parlaments und Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung auf. Einzelheiten dazu werden sie in einem weiteren Beitrag lesen können.

  • Publiziert in VdG

Zum Gedenken an Familie von Schaffgotsch

Schaffgotsch

Am 30. April wird um 8.00 Uhr in der Pfarrkirche zur Erhöhung des Heiligen Kreuzes in Kopitz eine Messe im Gedenken an Hans Ulrich Schaffgotsch und Johanna Gryczik von Schomberg-Godulla stattfinden. Das Ehegatten waren Eigentümer von Kopitz und deutsche Industrielle, die erheblich zur Entwicklung der Schlesischen Wirtschaft beigetragen haben.

Hans Ulrich von Schaffgotsch wurde 1831 in Merseburg geboren. 1858 heiratete er die 1842 geborene Johanna Gryczik, Alleinerbin des Groβindustriellen Karl Godulla, des „preuβischen Zinkkönigs“. Nach der Ehe besaßen sie zusammen über 60 Kohlen- und Zinkerzgruben. Die Schaffgotsch-Werke gehörten um 1900 zu den vier gröβten Montanindustrieunternehmen in Schlesien. Das Unternehmen trug erheblich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei. Johanna Gryczik von Schomberg-Godulla starb am 21. Juni 1910, Hans Ulrich von Schaffgotsch am 18. Februar 1915.

Das Ehepaar kaufte das Schloss in Kopitz im Jahre 1859. Bis 1864 wurde es dann zu ihrem Herrschaftlichen Wohnsitz umgebaut. Nach dem Tode der Erbauer war das Schloss bis 1945 weiterhin im Besitz der Familie. Den Zweiten Weltkrieg überstand es unversehrt, danach blieb es aber Herrenlos, bis es 1958 in Flammen aufging. Seitdem wurde es immer wieder Opfer von Wandalismus und verfiel in Ruine. Seit den 90gern wechselte das Schloss mehrere mal die Eigentümer, keiner der Investoren hat aber die immer dringender werdenden Renovierungsarbeiten durchgeführt. Anfang 2017 wurde es von der Firma Globucor Luxembourg Polska übernommen. Es wird die Einrichtung eines Deutsch-Polnischen Museum im Gebäude geplant, die arbeiten sollen etwa 7 Jahre dauern.

Heute im Wochenblatt.pl – 21. April

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Themen aus der heutigen Ausgabe der Zeitung der Deutschen in Polen.

Kulturmanager für Minderheiten – An der Universität Oppeln werden ab dem kommenden Studienjahr Kulturmanager für nationale Minderheiten ausgebildet. In den Vereinen der Deutschen Minderheit können die Studenten Praktika absolvieren.
Costa kommt! – Die Vorbereitungen zu „Lieder ohne Grenzen – Schlesiens Gröβte Schlagergala“ laufen auf Hochtouren. TOBY aus München lädt am 15. Oktober 2017 um 16 Uhr in die Hala Azoty nach Kandrzin-Cosel ein. Stargast ist dieses Mal Costa Cordalis, der extra aus seiner Wahlheimat Mallorca einfliegt.
Glaube – Stütze der Identität – Unter diesem Motto treffen sich von 24. Bis 26. April geistlich Repräsentanten der deutschen Minderheiten aus Mittel und Osteuropa und den GUS-Staaten in Oberschlesien. Auf Schloss Groβ Stein werden sie über die Bedeutung der christlichen Werte in der Politik sowie über die Tätigkeit der Minderheitenpastoral in den verschiedenen Ländern diskutieren.
Verliert Miro den Titel? – Schon zwei Jahre ist es her, seitdem Miroslav Klose den Titel eines Ehrenbürgers von Oppeln bekommen hat. In der Stadt wartet man jedoch vergeblich auf den Weltmeister, dass er seine Auszeichnung entgegennimmt. Nun wird sogar über eine Aberkennung nachgedacht.
Deutsch nach der Reform – Am 1. September beginnt die Einführung des neuen Bildungssystems, nunmehr ohne Gymnasien und wieder mit der achtklassigen Grundschule. Die Kommunen haben bereits neue Schulraster konzipiert, die Schuldirektoren arbeiten mit Hochdruck an den Lehrplänen. Ob sich die Bildungsreform auch im Unterricht von Minderheitensprachen in einem nennenswerten Maβe auswirken wird?
Glaube und Identität – VdG Vorstandsvorsitzender Bernard Gaida lädt zur Konferenz in Groβ Stein ein.
Ergebnis der Verwüstung – Sejmabgeordneter Ryszard Galla kommentiert die neusten Umfragewerte der polnischen Spitzenparteien.
Der gesunde Patriotismus – Gedanken des Wochenblatt-Chefredakteurs Rudolf Urban über den heutigen polnischen Patriotismus.
Leipzig Vizemeister? – Bericht vom 29. Spieltag der Bundesliga.
Hannover näher an der Bundesliga – Neuigkeiten aus der 2. Bundesliga.

Einzelheiten zu diesen Themen und vieles mehr können sie in der aktuellen Ausgabe des Wochenblattes nachlesen.

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